Die Pfarrer von Schiltach

 

Die Stadt Schiltach hatte im Laufe der Jahrhunderte eine recht ansehnliche Reihe von Pfarrern in ihren Mauern. Nach den ältesten Urkunden war Schiltach schon um 1275 ein Pfarrort mit eigener Kirche und gehörte zum Dekanat Kirnbach und zum Bistum Konstanz.

Die uns bekannten Namen der vorreformatorischen Pfarrer sind: 1293 Pfarrer Heinrich, 1375 Messing Conrad, 1450 Wild Paulus, 1464 Götz Nikolaus, 1479 Schäber Albert, 1497 Lemp Ludwig, 1498 Dräwli Jakobus.

Es folgen die Namen der nachreformatorischen evangelischen Pfarrer, lückenlos bis auf den heutigen Tag: 1538 Schwarz Johannes, 1574 Bernhard Johannes, 1582 Gebhard Martinus, 1601 Renner Matthäus, 1610 Wörlin Simon, 1630 Kaiser Ludwig, 1634 Wörlin Daniel, 1643 Höschlin Martinus, 1671 Fischer Georg, 1672 Aicheler Johannes, 1676 Kegel Christophorus, 1687 Speidel Benjamin, 1694 Schmid Christoph, 1699 Schäffer Daniel, 1703 Brastenberger Ulrich, 1715 Spät Philipp, 1748 Schmoller Christian, 1762 Orth Johann, 1769 Baumann Johannes, 1795 Morgenstern Moritz, 1808 Wagner August, 1811 Szuhany August, 1813 Naschold Johann, 1820 Mahla Alexander, 1833 Braun Georg, 1838 Wagner Wilhelm, 1845 Gerwig, 1851 Honsult, 1855 Länglin, 1864 Böckh Eduard, 1908 Ziller Arthur, 1916 Gänger, 1917 Mayer Max, 1929 Reich Karl, 1930 Schropp Herbert, 1946 Eichin Fritz, 1947 Ginther Helmut, 1952 Erlacher Kurt, 1955 Platz Karl.

Im Jahre 1538 wurde Württemberg und damit die Orte Hornberg, Gutach, Kirnbach und Schiltach auf höhere Anordnung evangelisch. Viel Anteil an diesem Umschwung hatte unzweifelhaft der mit dem Stuttgarter Fürstenhaus befreundete württemberger Reformator Johannes Brenz. Da er auf seiner Flucht einige Zeit unter einem Pseudonym auf der Burg Hornberg lebte, ist anzunehmen, dass er außer dem Gutachtal auch das obere Kinzigtal kennen lernte, was an den Menschen dieses Tales keineswegs spurlos vorübergegangen sein dürfte. Der Name Johannes Brenz lebt in unserer Kreisstadt Wolfach in der Bezeichnung eines Altersheimes weiter.

Die Gegenreformation setzte sich in Schiltach nicht durch, dagegen im benachbarten, fürstenbergischen Gebiet, wodurch die obere Kinzig nicht nur zur politischen, sondern auch zur konfessionellen Grenze wurde, was heute noch spürbar ist. Doch dem nicht genug, diese Grenze trennt auch Trachten und Mundarten.

Noch bis zum Jahre 1800 gab es in Schiltach keinen Katholiken und in Wolfach bis zur selben Zeit nicht einen Evangelischen. Erst im Jahre 1893 wurde in Wolfach eine evangelische Kirche gebaut und eine katholische in Schiltach sogar erst 1898. Die beiden Gemeinden entwickelten sich aus kleinsten Anfängen der Diaspora zu blühender Selbständigkeit und einem regen Leben in der Pflege der Verkündigung, der Musik, des Chorgesanges und der Jugendarbeit.

Es ist durchaus möglich, dass der Pfarrort Schiltach schon vor dem Jahr 1200 eine eigene Kirche hatte. Recht unwahrscheinlich aber ist, dass es sich bei Merians Zeichnung von 1640 um die erste Kirche von Schiltach handelt, Ob es sich auf der historischen Zeichnung von Eyth um die Kirche handelt, die 1833 durch Brand zerstört wurde, müsste in einigen Einzelheiten noch geklärt werden. Jedenfalls hat Schiltach seit 1843 eine der größten Kirchen des badischen Landes. So bleibt nur noch zu wünschen, dass diese Riesenkirche, die einst über 100 000 Gulden kostete, auch immer voll von Gläubigen sei.