Zum Ursprung des Namens "Schiltach"

 

Die Stadt Schiltach erhielt ihren Namen zweifellos von dem von Schramberg kommenden Fluss, der den gleichen Namen trägt. Wie aber kam dieser Fluss zu seinem Namen?

Dass man in früherer Zeit das "Hintere Tal" (heutiges Hinterlehengericht) mit "Alt-Schilde" bezeichnete, weist uns in etwa die Richtung, gibt aber noch keine letzte Klärung der Namensherkunft.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der Ursprung des Fluss namens noch weiter taloben zu suchen und zwar in der Nähe der heutigen Schilteck, was alte Schramberger Aufzeichnungen bestätigen. Auch der württembergische Heimatforscher Dr. Dürr vertritt diese Ansicht.

Die Bezeichnung "Eck" kommt rings um die Fünftälerstadt Schramberg häufig vor, z. B. Berneck, Tischneck, Ecke überm Ramstein, Eckenhof, Hutneck und Schilteck. Lange Zeit bevor eine Burg dort oben stand, nannte man diese vorspringende Bergnase Schilteck, früher hieß sie Schildeck.  Die Burg selbst wurde auf dem Schildeckberg erst um das Jahr 1200 erbaut. Dieser Felsen aus Granitporphyr sperrte früher, gleich einer Schildmauer,  beinahe das Tal ab. Vor der Sprengung beim Straßenbau 1857 war an dieser Stelle nur ein schmaler Durchgang für den Bach und den alten Karrenweg.

Da man nun diesen vorspringenden Berg "Schildeck" nannte, war es naheliegend, den in dieser Talenge sich durchzwängenden Bach ähnlich zu bezeichnen, also "Schild - ach", wobei die Silbe "ach" soviel heißt wie "Wasserlauf". Vergl. Wolfach, Hausach, Haslach, Steinach und Biberach.

Es leuchtet also ein, daß man die erste Siedlung an der Mündung des Flusses in die Kinzig namensgleich mit "Schildach" (heute Schiltach) bezeichnete. In ähnlicher Weise finden wir an der Wolf die Stadt Wolfach, an der Nagold die Stadt Nagold, an der Gutach den Ort Gutach und dergleichen mehr,

Die Schreibweise von Fluß und Ort wechselte Im Laufe der Jahrhunderte mehrmals: 1275 Schildach, 1315 Schiltha, 1487 Schültach, 1592 Schilltach, 1601 Schildtach, um 1800 Schildach. Der mundartliche Ausdruck für die Stadt ist "Schilde" und für den Fluß "Schildich".

Der 24 Kilometer lange Schiltachfluss wurde im Laute der Zeit durch Hochwasser und Kiesablagerungen, besonders in seiner unteren Hälfte, mehrfach verändert. Dem ursprünglichen Verlauf der Schiltach, auch dem des alten Karrenweges und der damit verbundenen Furten, wird zur Zeit von Heimatforschern aus Schramberg und Schiltach nachgegangen und das Ergebnis gelegentlich an dieser Stelle bekannt gegeben. Erst dann wird auch der Zweifel über die Zahl der einstigen Furten beheben sein.

Hiermit hat nun die Stadt Schiltach einen Hinweis bekommen, aus welcher Richtung der Fluss- und Stadtname kommt. Doch sind auch die Schramberger an dieser Forschung sehr interessiert.