Der Kegelriss

Durch das kleine Tälchen der Bech getrennt, liegt südlich vom Fräulinsberg der Kegelriss. Drüben überm Kinzigtal ragt beim Geleckle der steile Bergkegel, das "Schlössle" genannt, auf. Dort hauste einst in einer halb zerfallenen Burg ein verrohtes Brüderpaar. Oft lagen sie unten an der Talstraße in einem Hinterhalt und überfielen dort der arglosen Wanderer, um ihn auszuplündern und ihr elendes Spiel mit ihm zu treiben. Sie schleppten dann ihre Opfer mit hinauf auf die einsame Höhe, den Kegelriss. Dort wurden sie bei lebendigem Leibe bis an den Hals in den Boden eingegraben, und nun begannen die entmenschten Burschen mit schweren, steinernen Kugeln ein wüstes Kegelschieben nach ihren Opfern, denen der Tod eine gütige Erlösung war. Das Volk aber gab dieser furchtbaren Stätte den denkwürdigen Namen Kegelriss.