Die versunkenen Glocken

Über den 690 Meter hohen Brandsteigpass östlich von Schiltach zog einst die Romerstraße ins dein Kinzigtal hinauf auf die württembergische Hochfläche und von den der Denen zu. Oben auf der Höhe befand sich eine römisch, Siedlung, von der heute nichts mehr als ein Tiefbrunnen erhalten ist, de, die Anlage guten, Trinkwasser, versorgte. In hellen Mondnächten hört man aus der Tiefe des Brunnens ein wunderbares Glockengeläute herausschallen.  Die Glocke, worden ehemals während eines Krieges von den Bürgern des nahen Dorfes Rötenberg in diesen Brunnenschacht versenkt, damit sie dem heranrückenden Feinde nicht in die Hände fallen sollten. 

 

Nach Beendigung des Krieges wollten die Rötenberger ihre Glocken wieder holen. Sie hatten jedoch mit der unergründlichen Tiefe des Braunem nicht gerechnet, so dass es ihnen nicht gelang, ihr in Sicherheit gebrachtes Kirchengut zu heben. Vor Jahren hatte sich nun ein Bauer für die Sache interessiert.  An dem erben Ende eines sehr langen Waldseiles befestigte er einen starken Haken, ließ denselben in den Brunnen hinab und spielte ihn in die Hafte an der Glockenkrone ein. Jetzt spannte er an das andere Ende seine zwei starken Zugochsen und mit hüscht und hott wurde eine Glocke, es soll die größte gewesen sein, langsam heraufgezogen. Schon tauchte sie an der Oberfläche auf, da glitt der Haken aus der Halle, und die Glocke sank wieder in die Tiefe. Alle Versuche, sie ein zweites Mal zu heben, misslangen aber, und so tönen sie bis heute in mondhelle, Nächten in wuchtigen Akkorden aus der unergründlichen Tiefe herauf.